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"Führung durch die Pfarrkirche Maria Geburt in Schweinheim" (2)
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Auflösung September-Rätsel

"Wer kennt unsere Schweinheimer Heimat ?"

September-Rätsel

Der Konstrukteur und Bauer dieses kleinen Flitzers war der Schweinheimer Fahrradhändler Heinz Hirsch. Zur damaligen Zeit befand sich sein Fahrradgeschäft im elterlichen Haus der Schmiede Hirsch auf der Rosengassenseite. Neben den Fahrrädern vertrieb Heinz Hirsch auch Mopeds der Marke Rex. Ein solcher Mopedmotor trieb diesen Kleinstwagen an. In der Regel stand es im Laden und konnte vom Schaufenster aus besichtigt werden. Das Foto entstand in den 50er Jahren vor dem Wohnhaus auf dem Exerzierplatz, in dem die Familie Sdrenka damals wohnte. Viele Schweinheimer trafen sich zu dieser Zeit sonntags bei Berthold Sdrenka zum Frühschoppen. Auf dem Bild ist seine Tochter Gisela zu sehen.

Per Los wurde Frau Hilde S. aus Schweinheim ermittelt. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, das nächste Heimaträtsel folgt demnächst.

Am 6. September 1977 richteten die Schweinheimer SPD-Stadträte Rudi Schneider; Adam Büttner und Karl Hesele an den Oberbürgermeister Dr. Willi Reiland die Bitte, ob im Zuge der Erweiterung des Friedhofs die Möglichkeit besteht, ein Ehrenmal zum Gedenken der Schweinheimer Gefallenen und getöteten Zivilisten des II. Weltkrieges zu errichten. Als Begründung führten die drei Stadträte an: „Wenn innerhalb des Stadtteils Schweinheim bereits zwei Ehrenmale zum Gedenken an die Gefallenen aus den Kriegen 1870/71 und 1914/18 von Mitgliedern des damaligen Krieger- und Veteranenvereins errichtet worden sind, so dürfen wir doch annehmen, dass es nach 32 Jahren an der Zeit wäre, auch den Gefallenen des 2. Weltkrieges und der durch Fliegerangriffe ums Leben gekommenen Schweinheimer Bürgern durch Errichten eines Ehrenmals zu gedenken. Dies so meinen wir, sind wir allen Gefallenen und deren Angehörigen schuldig, ja wir meinen, dass hierzu gerade eine Verpflichtung besteht“.
Mitte Dezember 1977 erteilte der Vergabesenat des Aschaffenburger Stadtrates die Aufträge zur Ausführung der Erd-, Kanal-, Beton- und Verbundsteinarbeiten für insgesamt 256.000 DM für die Erweiterung. Rund 21 Monate später, am Sonntag, dem 30. September 1979, wurde um 14 Uhr der Erweiterungsteil auf dem Haidberg feierlich eingeweiht. Der Oberbürgermeister hob in seiner Rede hervor, dass mit dieser Entscheidung, den Bürgern, die mehrere Gräber von Verwandten und Bekannten besuchen möchten, die Gelegenheit gegeben wird, auch weiterhin dies in einem Gang tun zu können.
Der Oberbürgermeister dankte auch den früheren Eigentümern, die ihre Grundstücke verkauften, und teilweise sogar auf mögliche Bauplätze verzichteten. Der neue Teil des Schweinheimer Friedhofes in Richtung Molkenbornstraße hat nun eine Fläche von 4.800 m2 und kostete insgesamt 800.000 DM. Der Platz werde voraussichtlich 20 Jahre reichen, damit die Toten in unmittelbarer Nähe ihre Ruhestätte finden können. Er appellierte auch, beim Anlegen der Gräber auf allzu großen Prunk und Pomp zu verzichten. Im Anschluss daran hielten Dr. Martin Elze von der evangelischen Gemeinde St. Matthäus und der katholische Pfarrer Friedrich Kastl eine Ansprache an die Bürger. Das Akkordeon-Orchester Hettinger und die Chorgemeinschaft umrahmten die Feier.
 
Einweihung des neuen Kriegerdenkmals
Einweihung des neuen Kriegerdenkmals in Gedenken an die Gefallenen des II. Weltkrieges
und der beim Kampf um Schweinheim getöteten Zivilbevölkerung (Foto: Rudi Schneider)
 
 Knapp ein Jahr später, Ostermontag am 7. April 1980, wurde 35 Jahre nach Kriegsende auf Anregung der 3 Stadträte in dem neuen Erweiterungsteil das Mahnmal für die Opfer des Weltkrieges 1939–1945 eingeweiht. Es soll an die 399 Schweinheimer Gefallenen und an die durch Fliegerangriffe und sonstigen Kampfhandlungen getöteten Zivilisten erinnern, denn auch die Zivilbevölkerung aus unserem Stadtteil hat Blutopfer bringen müssen: 24 Bürger sind durch Bombenangriffe ums Leben gekommen und 29 haben in der Karwoche 1945 bei dem zehntägigen Kampf um Schweinheim ihr Leben eingebüßt. Das neue Ehrenmal, ein einfacher 3 m hoher und 5,5 Tonnen schwerer Obelisk aus rotem Sandstein, der von dem Aschaffenburger Bildhauer Hermann Reichert angefertigt wurde, trat ohne Pathos auf. Es beklagte die vielen Toten und gab ihnen eine Stimme, die zur Versöhnung und Gewaltlosigkeit mahnte. Auf den Eintrag von Namen wurde verzichtet. Es enthielt nur eine knappe Inschrift, die alle beklagte, deren Leben vom Krieg ausgelöscht wurde: „Den Opfern des Weltkrieges 1939–1945“. Ein Kreuz mit Dornenkranz gab Hoffnung und Trost aus dem Geist unserer christlichen Religion, die Taube auf der Rückseite symbolisierte Versöhnlichkeit und Frieden.