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Die aktuelle Ausgabe vom 18.10.2018 [hier] mit den folgenden Inhalten:
"Führung durch die Pfarrkirche Maria Geburt in Schweinheim" (2)
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Die für unsere Mitglieder kostenlose Jahresgabe 2018, ein Bildband mit dem Titel  "Moi Schwoije", ist  ab sofort wieder in unserer Geschäftsstelle erhältlich. Wir haben weitere Bücher nachdrucken lassen. Zusätzliche Exemplare, auch für Nichtmitglieder kosten 15 Euro.
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Auflösung September-Rätsel

"Wer kennt unsere Schweinheimer Heimat ?"

September-Rätsel

Der Konstrukteur und Bauer dieses kleinen Flitzers war der Schweinheimer Fahrradhändler Heinz Hirsch. Zur damaligen Zeit befand sich sein Fahrradgeschäft im elterlichen Haus der Schmiede Hirsch auf der Rosengassenseite. Neben den Fahrrädern vertrieb Heinz Hirsch auch Mopeds der Marke Rex. Ein solcher Mopedmotor trieb diesen Kleinstwagen an. In der Regel stand es im Laden und konnte vom Schaufenster aus besichtigt werden. Das Foto entstand in den 50er Jahren vor dem Wohnhaus auf dem Exerzierplatz, in dem die Familie Sdrenka damals wohnte. Viele Schweinheimer trafen sich zu dieser Zeit sonntags bei Berthold Sdrenka zum Frühschoppen. Auf dem Bild ist seine Tochter Gisela zu sehen.

Per Los wurde Frau Hilde S. aus Schweinheim ermittelt. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, das nächste Heimaträtsel folgt demnächst.

„Po nikbar“ .... Hier ist begraben ..... „Haraw Hagadol Hamuflag Mohärr“ ..... die Krone unseres Hauptes, der große ausgezeichnete, wunderbare Rabbiner .....“. Von rechts nach links geht die hebräische Schrift weiter, die in blumigen Worten das Leben des „Simcha“... Sohn der Weisen... „Izchak Dov Halewi Bamberger“ .....preist. Überhaupt erzählen die Grabsteine in blumigen Worten viel über das Leben ihrer Verstorbenen: „Hier ist geborgen eine bescheidene, angenehme und liebenswerte Frau – Zierde ihres Mannes und ihres Sohnes, wohltätig zu den Armen und Bedürftigen. Sie starb am Ende ihrer Jugend zum Bedauern ihres Mannes, ihres Sohnes und ihrer Bekannten“. So lautet die Grabinschrift auf dem Grabstein von Frau Kila Neumann aus Großostheim. Bamberger war als Rabbiner über 16 Jahre das Haupt der Aschaffenburger jüdischen Gemeinde. Er starb im Jahre 661 genauer gesagt, im Jahre 5661. Aber weil das Hebräische die Zahlen umständlich in langen Buchstabenreihen ausdrückt, begnügt man sich auf den Grabsteinen mit der sogenannten „kleinen Zählung“, die nur in Jahrhunderten rechnet. Nach unserer Zeitrechnung starb der Aschaffenburger Rabbiner im Jahre 1897. Für die Umrechnung gibt es ein spezielles Computerprogramm. Die mathematischen Formeln sind unheimlich kompliziert. Wer sich für die Zeitumrechnung interessiert gibt im Internet unter „Suchen“ den Text „Jüdische Zeitumrechnung“ ein und wird sogleich fündig.
 
Eindrucksvolle Begehung des Judenfriedhofs am Erbig unter der Führung von Klaus-Dieter Brox
(Foto: Theo Schadler)
 
Manche der Grabsteine sind fast nicht mehr lesbar und sind über die Jahrhunderte stark verwittert. Der Verfall ist nicht aufzuhalten. Deshalb hat Edna Dähne im Auftrag der Stadt alle 584 Gräber dokumentiert und deren Inschriften auf den Vorder- und Rückseiten fotografiert und ins Deutsche übersetzt. Endziel ihrer Arbeit ist eine Datenbank, die alle verwandtschaftlichen Verbindungen der jüdischen Verstorbenen erfasst. Auch unser Heimat- und Geschichtsverein macht u.a. unter der Leitung unseres Mitglieds Klaus-Dieter Brox † Führungen auf dem Friedhof am Erbig. Eindrucksvoll schildert Brox das Leben der Juden in Aschaffenburg und erklärt die Inschriften ausgewählter Grabsteine von Verstorbenen.
In der Zwischenzeit ist der Judenfriedhof auf dem Erbig unter Naturschutz gestellt worden. Es ist ein Platz der Ruhe und Besinnlichkeit. Schade nur, dass er aufgrund der Schandtaten in der Vergangenheit nicht mehr wie andere christliche Friedhöfe für die Allgemeinheit jederzeit zugänglich ist. Gönnen wir den Verstorbenen auf dem Erbig ihre verdiente Totenruhe. Wir sind alle Geschöpfe Gottes. Gegenseitige Achtung, gleich welcher Glaubensrichtung und Rasse, schenkt den Menschen Frieden und bewahrt uns alle vor Hass, Feindschaft und Krieg.
 
Theo Schadler