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"Führung durch die Pfarrkirche Maria Geburt in Schweinheim" (2)
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Auflösung September-Rätsel

"Wer kennt unsere Schweinheimer Heimat ?"

September-Rätsel

Der Konstrukteur und Bauer dieses kleinen Flitzers war der Schweinheimer Fahrradhändler Heinz Hirsch. Zur damaligen Zeit befand sich sein Fahrradgeschäft im elterlichen Haus der Schmiede Hirsch auf der Rosengassenseite. Neben den Fahrrädern vertrieb Heinz Hirsch auch Mopeds der Marke Rex. Ein solcher Mopedmotor trieb diesen Kleinstwagen an. In der Regel stand es im Laden und konnte vom Schaufenster aus besichtigt werden. Das Foto entstand in den 50er Jahren vor dem Wohnhaus auf dem Exerzierplatz, in dem die Familie Sdrenka damals wohnte. Viele Schweinheimer trafen sich zu dieser Zeit sonntags bei Berthold Sdrenka zum Frühschoppen. Auf dem Bild ist seine Tochter Gisela zu sehen.

Per Los wurde Frau Hilde S. aus Schweinheim ermittelt. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, das nächste Heimaträtsel folgt demnächst.

Gemäß einem Bericht von 1857 des Bürgermeisters Herrlein von Aschaffenburg befand sich an der Nordostseite der Umfassungsmauern ein Torbogen mit dem Wappen des Kurfürsten Daniel Brendel von Homburg mit der Jahreszahl 1579. Zur Übergabe der Zeichnung mit dem Torbogen am 16. Sept. 1910 durch den Konservator schrieb Pfarrer Schweinfest: „Sie ist interessant, weil sie das alte Eingangstor auf der nordöstlichen Seite ersichtlich darstellt, über dessen Bogen der historische Schlussstein mit dem fürstlichen Wappen und der Jahreszahl 1579 war.

Schreiben von Pfr. Schweinfest

Schreiben von Pfarrer Schweinfest anlässlich der Übergabe der
Wappenzeichnung an das Schweinheimer Pfarramt
 
Gleichzeitig liefert dies auch den Beweis, dass die Friedhofsanlage keine ursprüngliche war, denn sonst hätte man bei einer Neuanlage den Zugang zum Kirchhof auf der Südwestseite errichtet, von wo aus auch der im Bereich der heutigen Schwind-Brauerei in Richtung Kirchhof abzweigende Weg speziell geschaffen wurde. In einer Urkunde von 1734 heißt es: Die Gemeinde hat keinen ordentlichen Weg zum Kirchhof, bis sie diesen ankaufte und mit Zäunen besetzen ließ. Der Weg hatte laut einer Grundrisszeichnung vom Jahr 1898 den Namen August-Schwind-Weg.
Die Aussage über den Torbogen wird untermauert durch Erzählungen des am 28. April 1820 geborenen Landwirts Johann Syndikus, der als Ministrant und Schulknabe bei Beerdigungen das große Kreuz durch den Torbogen voran getragen habe. Laut Gemeinderechnung von 1779 wurde unweit des Torbogens ein „Dodenkapellheißchen“ erbaut. Es war ein im nördlichen Winkel des Friedhofs befindliches und von den Umfassungsmauern des Friedhofs getragenes, etwa 10 m2 große Hällchen. Das kleine „Hällchen“ diente zur Aufbewahrung von Requisiten für Beerdigungen und wurde laut Friedhofsplan von 1898 offenbar auch als Leichenhaus genutzt.
Bildhauer Josef Anton Baumgärtner lieferte laut Gemeinderechnung von 1818/19, Beleg Nr. 207, „einen Christus von Stein“ auf den Kirchhof nach Schweinheim und bekam dafür 25 Gulden. Der Standort befand sich neben dem Grab des 1887 verstorbenen Pfarrers Emil Stein.

Später 1902, wurde das steinerne Kreuz mit Christuskörper in die Mitte des alten Friedhofsbereiches versetzt. Das Kreuz ist leider nicht mehr vorhanden. Infomationen über den Verbleib des Kreuzes mit dem „Christus aus Stein“ wurden bis jetzt nicht bekannt. Wir wissen lediglich aus den Aufzeichnungen von Pfarrer Umenhof, dass aufgrund eines Bombentreffers am 21. November 1944 der steinernen Christusfigur die Beine unterhalb des Knies abgerissen wurden.

Im Jahre 1833 wurde der alte Friedhofsteil um 20 Meter in Richtung Osten erweitert, so dass er nun eine Breite von 45 und eine Tiefe von 50 m, bei einer Fläche von 2.250 m2, hatte. Diese Erweiterung bekundete eine Steinplatte (nicht mehr vorhanden) in der Mitte der neuen östlichen Umfassungsmauer mit der Inschrift: „Erweitert im Jahre 1833 unter Herrn Pfarrer Wollbach und Vorsteher Gutwerk“. Das Pfarrbuch berichtet darüber folgendes: „Am 24. November 1833, als am Kirchweihfeste dahier, wurde der neue Anteil des Leichenhofes nach erhaltener bischöflicher Erlaubnis eingeweiht mit einer vorhergehenden Anrede nach Vorschrift der Würzburger Agende. Die ganze Pfarrgemeinde war in Prozession dazu hinaufgezogen“. Die erste Leiche, die dorthin begraben wurde, war des Wagners Nikolaus Kolb Eheweib Barbara, geb. Heßler.
Im Zuge der Erweiterung von 1833 wurde das bis dahin bestehende Eingangstor an der Nordostseite mit dem vorgenanntem Torbogen zugemauert und auf der Westseite ein neues Tor eingebrochen. Das Haupteingangstor mit dem Torbogen befand sich 11 Meter einwärts, in der Nähe des schon genannten Hällchens. An der Stelle des zugemauerten Tores lag später die Grabstätte des 1894 zu Bamberg verstorbenen und hier begrabenen Geistlichen Rates Josef Heßler und seiner Mutter. Bei der damaligen Anlage dieser Grabstätte soll ein Verwandter des Verstorbenen (der Maurer Nikolaus Heßler aus der damaligen Fischergasse in Schweinheim (heute Seebornstraße) den Schluss-Stein des Torbogens mit Wappen und Jahreszahl eigenmächtig entfernt und angeblich als Fundamentstein zur Eingangstür seines neuen Wohnhauses verwendet haben.